Letztes Wochenende waren Lisa und ich in Chicago. Wir sind am Donnerstagabend los und sind die ganze Nacht im Bus gesessen und sind Freitag morgens um 7 in Chicago angekommen. Wir hatten Glück, dass meine Mutter Bekannte in Chicago hat, bei denen wir dann unsere einzige Nacht in Chicago verbracht haben. Wir haben ziemlich zentral gewohnt, sodass wir Downtown zu Fuß erreicht haben. Auf dem Weg Downtown sind 2 Männer fortgeschrittenen Alters an uns vorbeigelaufen und haben aus irgendeinem Grund nach den Regeln von Beer-Pong gefragt. Als ich sie ihm erklärt habe, hat er gemeint, dass ich ziemlich gut in diesem Spiel sein müsse, woraufhin ich gesagt habe, dass ich Flip Cup besser kann. Als ich ihm die Regeln von Flip Cup erklärt habe, hatte er nur eins über mich zu sagen:“ You’re a f***ing dangerous but really interesting person.“ An der Rush ST vorbei, wo abends der Punk abgeht sind wir dann auf die Michigan Ave gebogen, die auch als Magnificent Mile bekannt ist, weil man da so super einkaufen kann. Aber statt einkaufen zu gehen waren Lisa und ich so vorbildlich und sind geradewegs auf das mittlerweile Wahrzeichen Chicagos mitten im Millenium Park zugsteuert „The Cloud Gate“ oder einfach nur „The Bean“ wie es von Chicagos Einheimischen auch liebevoll genannt wird. „Bohne“ ist gar nicht so weit hergeholt, denn diese riesige Skulptur sieht aus wie ein riesiger Tropfen Quecksilber in Form einer Bohne. Diese Form spiegelt die Skyline, den Himmel, den Boden und die Leute in einer verzerrten Perspektive wieder. Die Skulptur ist 10 Meter hoch, 20 Meter lang und 14 Meter breit. Man kann sie anfassen, unten drunter und außen rum laufen. Sie wurde 2004 als Skulptur für den Millenium Park in einem Wettbewerb auserkoren und 2006 vollendet.Noch mehr Kultur haben wir uns schließlich im Museum of Art Institute gegönnt. Für Kunstliebhaber und angehende Designer einfach ein Muss. Dort gab es auch viele bekannte Gemälde, wie den „Seerosenteich“ von Monet, „Schlafzimmer in Arles“ von Van Gogh, „Nighthawks“ von Edward Hopper, ein paar Warhols und Liechtensteins und vieles mehr.Nachdem wir uns gefühlte 20 Stunden in dem Museum aufgehalten haben, sind wir auf dem Weg zurück an einem Brunnen vorbei, wo wir uns trotz knurrendem Magen noch ein bisschen aufgehalten haben. Das tolle an dem Brunnen war, dass er interaktiv ist. Wir haben uns direkt die Schuhe ausgezogen und sind über die Wasserfläche gelaufen.Wieder bei den Bekannten zu Hause angekommen haben wir erstmal eine leckere selbst gemachte Pizza gegessen. Nach dem Fraß, den wir in Kansas zu uns nehmen, war das echt ein Stück Luxus.Natürlich konnten Lisa und ich an einem Freitagabend in Chicago nicht zu Hause bleiben. Wir haben den Tipp gekriegt, dass es im größten Wolkenkratzer Chicagos dem „John Hancock Tower“ eine Bar gibt und das im 96.Stock. Wir hatten, wie immer, so ein Schwein und haben trotz voller Bude einen Tisch direkt am Fenster bekommen. Ich erwähne an dieser Stelle besser nicht was ein Cocktail da gekostet hat, ich sage nur, dass wir uns einen gegönnt habe. Aber der Blick aus dem Fenster war einfach unbezahlbar. Im Endeffekt waren wir zu müde um auf die Piste zu gehen. Zwar wäre das super gewesen es auszunutzen, dass die Clubs mal nicht erst um 2 zu machen, aber wir hatten ja noch einen harten Tag vor uns. Für den Samstag haben wir eine überteuerte Segway-tour gebucht, wer der Kaufhaus Cop gesehen hat, weiß, was ein Segway ist. Lisa und ich haben den Weg zum Treffpunkt überschätzt und haben getrödelt. Nur weil wir ein Taxi genommen haben, sind wir mit zehn Minuten Verspätung angekommen. Die Gruppe war schon Weg aber dafür war ein Guide da, der nur auf uns gewartet hat. Da war wieder das Schwein das wir hatten . Unser Guide war zwei oder drei Jahre älter als wir und hat erstmal vorgeschlagen mit den Segways ins nächste Café zu fahren und zu frühstücken. Das kam uns sehr gelegen, da wir noch nichts gegessen haben. Die Tour hat 2 Stunden gedauert. Schon allein um Segway zu fahren, hat sich jeder Cent gelohnt. Nach der Tour haben wir alles von Chicago gesehen, was man in 2 Tagen sehen konnte und sind natürlich noch auf eine Shoppingtour gegangen. Uns ist ja leider schon am Anfang unserer Segwaytour der Akku der Kamera leer gegangen. Deswegen bin ich in einen Drogeriemarkt gegangen und hab mir da eine Wegwerfkamera besorgt. In diesem Laden hätte ich mich mit dem Kauf einer dieser Kameras kostenlos gegen Grippe impfen lassen können. Das ist kein Scherz. Ich habe mit meiner Wegwerfkamera ein Bild davon gemacht. Also die sind ja sowas von bescheuert. Im WalMart gibt es übrigens Grippeimpfstoffe im Sonderangebot. Die nächsten Stunden haben wir dafür genutzt und die Läden hinter den Schaufenstern anzuschauen. Hinter einem dieser Schaufenster war ein Laden, der sich American Girl Place nennt. Dieser Laden ist in Amerika der totale Renner. Man kann dort eine Puppe kaufen, die genauso aussieht wie man selbst. Die Zielgruppe sind natürlich kleine Mädchen, denn für alle Kleider die es für die Puppen gibt, gibt es ein Äquivalent in Lebensgröße. Lisa und mir ist die Kinnlade runtergelappt als wir dieses Ausmaß an Whansinn gesehen haben. Es gibt Bademäntel, Cheerleaderkostüme, Reitausrüstungen, Pigiunpantoffeln und viele mehr. Als wir dachten, wir hatten schon alles gesehen wurden wir eines anderen belehrt. Wir biegen nichts ahnend um die Ecke und da erstrahlt ein Haarsalon in seiner vollen Pracht. Das war nicht irgendein Salon, nein, denn da kann man seine Puppe für $10 bis $20 Frisieren lassen. Man setzt sie in Miniaturstühle, sie krigen einen Kittel um und professionelle Friseusen machen den Puppen die Haare, während die Väter nebendran geduldig warten müssen. Also ich kann mich daran erinnern, dass ich an einer Puppe die Tatsache toll fand, dass ich sie frisieren konnte. Heute scheint der Sinn einer Puppe nur der Besitz zu sein. einfach krank. In diesem Laden wirst du der reinsten Gehirnwäsche unterzogen. Dass ich selbst nicht auf diese Idee gekommen bin.Nach der Shoppingtour sind wir dann total erschöpft im McCormick’s and Schmicks – einem Fischrestaurant gelandet sind. Um 22 Uhr haben wir uns noch mit meinen Bekannten noch mal zum Tee getroffen bis wir dann um Mitternacht wieder nach Kansas aufgebrochen sind. Im Bus waren wir als Weiße deutlich in der Minderheit, was einen schon ein wenig eingeschüchtert hat. Besonders eine Frau hat sich nicht gerade Beliebt gemacht. Sie hat mir nämlich schon beim einsteigen fast eine verpasst, weil ich mich vordrängelt habe um mich zu Lisa zu stellen. Aber als sie angefangen lauthals DREI STUNDEN lang irgendjemandem zu telefonieren, nein, eher zu streiten wollten wir einfach nur noch schnell zu Hause ankommen. Dabei möchte ich anmerken, dass die Busfahrt zehn Stunden gedauert hat. Diese Frau ist uns deswegen so in Erinnerung geblieben, da sie den ganzen (Doppel-)Decker Bus an ihrem Gespräch hat teilnehmen lassen. Wir haben sage und schreibe durchschnittlich 20 Schimpfwörter pro Minute gezählt. Gektrönt wurde das Gespräch mit einem Abschließenden Ausraster mit den Worten:“I don’t give a fuck about the police! Watch what you’re saying you fucking bitch or I’m fucking going to kill you and your damn kids!“ Danach hatten wir Ruhe



erstmal Frühstücken - der Herr in Orange war unser Guide













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