Montag, 31. August 2009

Fünf Polizeiwagen, ein Krankenwagen und ein Feuerwehrwagen...

...und das nur für eine Schlägerei. Am Freitag waren Lisa, Laura und ich auf einer Hausparty. Die Hausparty war nur für „geladene Gäste“ . Also der Gastgeber hat seine Freunde eingeladen und die durften ihre Freunde mitnehmen. In dem Fall war Laura eingeladen und wir sind als ihre Freunde mitgegangen. Man musste $ 5 Eintritt zahlen hat einen roten Becher in die Hand gedrückt bekommen und wurde mit einem flüchtigen „have fun“ sich selbst überlassen. Die $ 5 sollten ein Massenbesäufnis nach dem american style gewährleisten (also 2 Bier). Mehr konnte man eh nicht trinken, weil das Bier nach einer Stunde leer war. Es haben aber trotzdem ein paar Typen geschafft sich so die Kante zu geben, dass sie sofort aufeinander losgegangen sind, weil der eine die Freundin des anderen zu lange angeguckt hat. Nachdem die Jungs (mit dem Mädel) der Party verwiesen worden sind, sollten wir alle reingehen, weil die Nachbarn sich über den Lärm beschwert haben. Aber anstatt reinzugehen, haben viele die Party verlassen, weil das Bier aus war. Ein Typ ist stolz wie Oskar mit seiner Stange von aneinander geklebten leeren Bierdosen rumgelaufen, um sich selber zu zeigen wie viel Alkohol er verträgt und das mit ca. 24 Jahren. Da denkt sich doch der Durchschnittsdeutsche, dass er, wenn er es jemals gemacht hat, sowas vielleicht mit 14 gemacht hat. Es war einfach nur lächerlich. Als wir uns dann schliesslich auch auf den Heimweg machen wollten, kam ein Polizeiwagen nach dem anderen. Der Gastgeber hat Muffensausen bekommen und alle Minderjährigen durch den Hinterausgang im Keller nach draußen geschickt. Als dann noch ein Krankenwagen kam, dachten wir uns schon, dass was passiert sein muss. Nach näherer Betrachtung der Sachlage haben wir im Nachbargarten eine minderschwere Prügelei erspähen können. Wir wissen zwar nicht, was sich dort genau zugespielt hat, aber wir als deutsche waren der Meinung, dass fünf Streifenagen, ein Krankenwagen und ein Feuerwehrwagen für ein Kratzer und ein Veilchen am Auge einfach zuviel war. Ein Ami hat gemeint, dass das der Standard ist wenn der Notruf wegen einer Prügelei gerufen wird.
Am sind Lisa und ich für unsere Hausaufgaben in Photomedia durch die Innenstadt gelaufen und haben die Einstellungen auf unserer Kamera getestet. Also eigentlich ist es Lisas Kamera, aber als meine Mitbewohnerin war sie gütig und ich darf sie mitbenutzen. Wir waren so mit dem Fotografieren beschäftigt, dass wir im Eifer des Gefechts den Feg zurück zu Fuß gegangen sind. Am Abend gab es eine kleine Kirmes auf dem Campus. Es war süß gemeint, aber ein wenig überflüssig. Ich fand es sehr lustig, dass diese Kirmes „alljährliche Kirmes“ heißt, obwohl sie dieses Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat.
Als Jasmin, Yvonne, Lisa, Thomas, Mike und ich danach unsere Wohnung betreten haben, konnten wir nicht glauben, was wir gesehen haben. Die Spülmaschine ist aus allen Öffnungen übergeschäumt und der ganze Boden war nass. Nikki war zu Hause hat aber am Anfang beteuert, dass sie das nicht mitgekriegt hat. Schon auf der Kirmes hat mich Jasmin gefragt, was ich den mit der Spülmaschine gemacht hab (weil ich sie angemacht habe), weil die Spülmaschine nämlich ein wenig nach Verbranntem stinken würde. Ich hatte nämlich schon ein wenig Angst gehabt, dass ich das Schuld war, bis mir Nikki gebeichtet hat, dass sie das war. Sie hat nämlich, als die Maschine schon einmal durchgelaufen ist, die Maschine (mit dem sauberen Geschirr!!!) noch einmal angemacht, das Desinfektionszeug reingekippt und auf „heavy wash“ gestellt. Dieses Desinfektionszeug ist ein desinfizierendes Spülmittel, was NICHT für die Spülmaschine gedacht. Ich weiß es deswegen, weil es auf der Flasche draufsteht. Also wer lesen kann ist im Vorteil. Dass die auch alles desinfizieren muss. Die spinnen doch die Amis!
Das lustige war ja noch, dass wir versucht haben Nikki beizubringen, dass es für das Immunsystem nicht gut ist alles zu desinfizieren, weil es dann nicht richtig arbeiten kann. Am nächsten kam sie dann ganz stolz an, weil sie dachte, dass sie im Recht sei, und erzählte uns, dass im Unieigenen Gesundheitszentrum stehen würde, dass man sich regelmäßig die Hände waschen muss. SAG BLOß! Und das im Gesundheitszentrum!
Noch erntet sie reges Unverständnis bei uns.
Am Sonntag waren wir bei Thomas zum Schnitzelessen eingeladen. Mit deutschem Bier und Aprés Ski Mukke haben wir seinen amerikanischen Mitbewohnern die deutsche Kultur näher gebracht. Bei dem Lied „Hey Baby“ von DJ Ötzi mussten sie laut lachen. Nachdem wir dann wieder in unseren Jayhawker Towers waren haben Lisa und ich noch ein paar Fotos auf dem Campus geschossen. Jetzt muss ich aber ins Bett. Morgen ist Vorlesung.

Johanna, Lisa und ich auf der Prügelparty

mit Mike und Thomas auf der Kirmes

Fotosession auf dem Campus

Freitag, 28. August 2009

Lesen? Wie macht man das?

Also obwohl ich hier in den Vorlesungen sehr gefordert werde, muss ich sagen, dass es das war, was mir in den letzten 5 Semestern gefehlt hat. Ich habe das Gefühl, dass ich innerhalb einer Woche mehr gelernt habe, als ich es in Trier innerhalb eines Semesters je getan habe. Schon am ersten Tag wurde uns aufgegeben vier Texte zu lesen. Texte lesen? Ich kann mich an keine Vorlesung in Trier erinnern, nach der ich jemals Texte lesen auf hatte. Außer in Marketing und das war einmal. Und jetzt müssen wir für nächste Woche auch noch zwei BÜCHER lesen. Ich habe nichts mehr ausgehalten. Außer dem Lesen müssen wir noch andere Dinge machen wie uns auf das Thema unserer Gestaltung vorbreiten. In Photomedia haben wir diesen ganzen Theoriekram durchgenommen, den ich schon im zweiten Semester hatte, aber jetzt habe ich es auch verstanden! In Textile Design haben wir jetzt auch noch zustäzlich zu unserem Nadelkissen ein Werkzeugetui genäht. Und heute haben wir damit angefangen einen Quilt block zu nähen. Das wird echt fies, weil es sehr kompliziert ist, aber es ist sehr interessant und macht sehr viel Spaß. Gestern hatte Kim Geburtstag und ich wusste nicht, was ich ihr schenken sollte. Da hab ich mich in die Nähwerkstatt aufgemacht und ihr ein süße, kleine Handy-Hülle genäht, weil mir da so viel Spaß macht. Ich habe mit Kim echt einen Glückstreffer gelandet. Sie ist total lieb und sie hat auf an ihrem Geburtstag all ihren Freunden ganz stolz erzählt, dass ich ihre Austauschfreundin aus Deutschland bin. Sie war das letzte halbe Jahr selbst in einem Austauschprogramm in Bonn. Sie kann auch für amerikanische Verhältnisse sehr gut deutsch. Wenn ich mich mit ihr unterhalte und das Wort nicht auf Englisch weiß sag ich es auf deutsch und sie weiß, was ich meine. An ihrem Geburtstag waren wir in einer Bar. Da ich fleißig war und meine Hausaufgaben für Donnerstag fertig hatte, konnte ich es mir leisten unter der Woche wegzugehen, zumal ich donnerstags erst um halb 2 Vorlesung habe. Auf jeden Fall sind wir in eine Bar gegangen und haben Bier-Pitscher für $ 3 bestellt. Ich hab noch eine Cola dazu bestellt (Softdrinks gibt es in Bars kostenlos) und hab den Amis mal gezeigt was Cola-Bier ist. Sie fanden es komisch aber gut. Die Amis haben eh Geschmacksverirrungen, was Essen und Trinken angeht. Das Wasser aus dem Wasserhahn zum Beispiel schmeckt und riecht nach Chlor. Das liegt daran das dem Wasser Fluorid beigesetzt ist. Das soll gut für die Zähne sein. Ist klar.
Wenn die Regierung den Leuten hier was gutes tun möchte, dass sollten sie mal die Preise für Gemüse und Obst runtersetzen und nicht ständig dazu animieren alles und jeden zu desinfizieren und Vitaminpillen zu schlucken. Ich habe jetzt übrigens angefangen Vitamintabletten zu nehmen, da das Gemüse und das Obst hier so totgezüchtet sind, dass sie kaum Vitamine mehr enthalten. Das ist kein Scherz. Aber wisst ihr was? Lisa und ich haben eine Bäckerei gefunden, die gutes deutsches Brot verkauft. Ich wusste, dass mir das deutsche Brot fehlen wird, aber dass es mir so fehlen wird, dass ich einen Freudensprung gemacht habe, als ich die Bäckerei gefunden habe, hätte ich nie gedacht. Und es schmeckt sooo gut.
Übrigens hat es KU als die Uni mit den meisten Schweinegrippe-Fällen Amerikas auf CNN geschafft. Wir haben jetzt über 180 gemeldete infizierte. Eine Studentin aus meinem Fotokurs ist jetzt auch krank. Das ist aber kein Wunder, dass die hier alle so schnell krank werden. Zu Hause wohnen alles extrem steril, essen den ekligsten Fraß und haben extremsten Vitaminmangel. Nur beachten sie nicht, dass die böse weite Welt nicht so steril uns sauber ist, und sie so extrem krankheitsanfällig sind. Fasst jeder hier ist gegen eigentlich alles allergisch. Auf jeden Fall machen die Behörden jetzt allen Panik, dass innerhalb der nächsten Monate 90% der USA H1N1-Viren infiziert ist. Das ist einfach nur lächerlich.
Kim und ich

deutsches Brot
Ich flüchte vor der Schweinegrippe

Dienstag, 25. August 2009

Der Bus kommt nicht, Feueralarm und Schweinegrippe

Samstag war ein komischer Tag. Lisa, Jasmin und ich wollten uns beweisen, dass wir kein Auto brauchen und haben den Bus genommen um in die Innenstadt zu fahren. Aus irgendeinem Grund kam der Bus, den wir brauchten, nicht und wir haben den Bus genommen, der von der anderen Seite in die Innenstadt reinfährt. Das war blöd für Lisa, weil sie in einen Laden musste, der genau auf der anderen Seite der Innenstadt war. Nach unserem Stadtbummel wollten Jasmin und ich noch in den WalMart. Jasmin brauchte Haarfarbe und ich Sportschuhe. Wir haben sage und schreibe eine ganze Stunde an der Bushaltestelle verbracht bis wir aus Verzweiflung und aufkommendem Hitzekoller dann schließlich meinen mir zugeteilten Exchange Friend Kimberly angerufen haben, damit sie uns abholt. Glücklicherweise war sie nur zwei Straßen weiter unterwegs und hatte deswegen keinen Umweg. Es ist wirklich ein Glückspiel, was das Busfahren hier angeht. Der Bus kommt wann er will und hält wo er will. Da wir die Bushaltestellen als solche nicht immer erkennen können stellen wir uns einfach an ein Stopschild und warten bis ein Bus kommt. Bisher ist diese Strategie erfolgreicher gewesen als den Busfahrplan zu studieren. Nachdem wir unsere Besorgungen gemacht haben (ich habe keine Sportschuhe gefunden) sind wir gegen halb 7 abends daheim angekommen. Lisa ist da schon vor einandhalb Studen mit der KU-Linie nach Hause gefahren und ist ins Fitnessstudio gegangen. Ich wollte eigentlich nachkommen, hatte aber von der Hitze solche Kofschmerzen bekommen, dass ich mich hinlegen wollte und gerade als ich in mein Bett klettern wollte und Jasmin sich die Farbe in die Haare geschmiert hat, ist der Feueralarm losgegangen. Wir haben in jedem Zimmer eine Alarmlleuchte mit Lautsprecher, der uns dröhnend erklärt „Please take the next exit to leave the building“ hat, dass wir das Gebäude so schnell wie möglich verlassen sollen. Sollte der Alarm mal nachts losgehen während ich im Bett liege, werde ich wohl nie zum exit kommen, da ich eher vor Schreck gegen die 30 cm entfernte Decke knallen werde, die mich wieder in tiefen Schlaf versetzt. Meine Mitbewohner werden mir da wohl auch keine große Hilfe sein, weil ihnen wohl dasselbe wiederfahren wird. Ehrlich gesagt habe ich das für einen Scherz oder eine Übung gehalten. Jasmin hat nur verdutz geguckt als ihr klar wurde, dass sie mit der frischen Farbe in den Haaren raus musste. Vor dem Tower haben sich dann schließlich alle Bewohner versammelt. Das war irgendwie praktisch, weil man so gesehen hat, wer so alles in dem Tower wohnt. Als ich dann den Feuerwehrwagen und die Polizei gesehen habe, war mir klar, dass das schonmal keine Übung war. So haben wir ca. eine halbe Stunde draußen verbracht bis wir wieder rein durften. Beim reingehen habe ich einen der Mitarbeiter des Towers gefragt was denn war, worauf er scherzhaft meinte, dass jemand seine Kochstunden verpasst hat. Also so witzig fand ich das auch nicht. Viel schlimmer, dass jemand nicht kochen kann, finde ich die Tatsache, dass 32 Leute an der KU mit der Schweinegrippe infiziert sind und einer schon einer angeblich daran gestorben ist. Im Tower neben uns steht eine schottische Austauschstudentin unter Quarantäne. Das Essen wird ihr ans Bett gebracht und die Mitbewohner mussten umziehen. Seitdem desinfiziert unsere Mitbewohnerin ständig unsere Wohnung. Und wir haben schon alle Paranoia.
An dieser Stelle verweise ich gerne an Lisas Blog http://miss-liz-und-die-weite-welt.blogspot.com/. Meldet euch als meine regelmäßgen Leser an. Dann werdet ihr benachrichtigt wenn ich meinen Blog update.

Let’s go clubbin’!

Das sagt man wenn man in Amerika durch die Clubs zieht. Nur ist die Freude leider von kurzer Dauer, da die Clubs in Lawrence um 2 Uhr nachts schließen. Deswegen ist Amerika auch so für seine Hausparties berühmt. In einer Durchschnittlichen Partynacht ist man auf drei Hausparties und mindestens einem Club. Die erste Hausparty findet vor dem Gang zum Club statt, wo man deftig vorglüht. Dabei werden lustige Saufspiele wie Ping-Pong-Beer und Flip-Cup gespielt. Jeder Durchnittssami (so wurde mir gesagt) hat einen selbstgebauten Ping-Pong-Beer-Tisch. Der ist ungefähr so groß wie ein Tischtennis-Tisch und ist in zwei farbige Flächen unterteilt. Jedes Team hat ein Dreieck von zehn Bechern mit Bier gefüllt vor sich stehen. Dabei versucht man sich Gegenseitig Pin-Pong-Bälle in die Bächer zu werfen, die man leer trinken muss wenn eins davon getroffen wurde. Viel lustiger ist aber Flip-Cup.
Es treten zwei Teams gegeneinander an. Jeder hat einen Becher Bier vor sich stehen. Der jeweils erste ext sein Bier und stellt den Becher so an den Rand des Tisches, dass man noch mit einem Finger drunter fassen kann. Das muss man, um den Becher von unten anzustupsen, damit er mit der Öffnung nach unten flippt. Wenn man das geschafft hat ist der nächste dran.
Das Team, das als erstes fertig ist hat gewonnen.
Bei diesen Spielen wird immer das Billigbier genommen. In unserem Fall war es BudLight. Das schmeckt wie Bier mit Wasser verdünnt. Mir ist übrigens aufgefallen, dass Amerikansicher Männer, wenn sie betrunken sind, total winselig werden und zu totalen Weicheiern mutieren. Das muss daran liegen, dass sie einfach nichts gewöhnt sind, weil sich anscheinend doch erstaunlich viele nicht trauen vor 21 (Jahren) zu trinken. Das lächerliche an diesen Alkoholgesetzten ist ja, dass man kein Alkohol auf öffentlichen Straßen trinken darf, aber solange man sich auf privatem Eigentum befindet und zum Beispiel auf der Veranda sitzt, die zur Straße hinausgeht, und dort ein Bier trinkt ist es ok.
Der Weg wie man auf diese Hausparties, vor allem nach dem Club, kommt ist noch sehr gewöhnungsbedürftig.
Bei uns war das so: Wir waren in einem Club, der schon um zwei zugemacht hat und dann standen wir nicht wissend was nun und ohne Fahrgelegenheit vor dem Club rum. Plötzlich taucht ein Mädel, dass wir kaum kannten, uns aber von der OW bekannt vorkam auf und drückt uns eine Adresse in die Hand, wo eine Hausparty steigen soll. Eine Fahrgelegenheit war auch schnell organisiert und ab ging’s. Auf der Party angekommen haben wir feststellen müssen, dass wir vielleicht zwei Leute kannten. Als wir schon fast verzweifelt sind, wurden wir gefragt, ob wir auf eine andere Party möchten. Das kam uns sehr komisch vor, aber wir sind mitgefahren. Und siehe da, auf der nächsten Party kannte man schon wieder jeden. Und so läuft das jedes Wochenende. Es gibt immer jemanden, der fährt, denn die Amis hier sind es einfach nicht gewohnt den Bus zu nehmen oder zu laufen. Sollte man sich aber doch entscheiden den Bus zu nehmen oder man trinkt unerwarteter oder erwarteter Weise über den Durst gibt es von der KU einen kostenlosen Partyfahrservice. Kein Scherz! Jeder Student, der sich stolzer Besitzer einer KU-ID nennen darf, kann den Service, der Saferide oder Safebus heißt kostenlos nutzen. Saferide ist ein Taxi, dass man eine halbe Stunde vorher anruft und dich dann nach Hause fährt. Der Safebus ist ein Bus, der nach drei Linien bis 3 Uhr nachts fährt und einen sicher nach Hause fährt. Das alles wird von den Studiengebühren finanziert. Das sollte es in Deutschland auch geben!

Montag, 24. August 2009

Wir kommen zur Sache

Am Donnerstag haben die Vorlesungen begonnen. Der Grund warum ich überhaupt hier bin.
Die Kurse die ich erstmal gewählt habe sind Photemedia (Einführung in die digitale Fotografie), Graphic Design und Textile Design. In Photomedia ist mir der Professor und die Leute im Kurs so unsympatisch, dass ich den Kurs wohl abwählen werde. Ich weiß, dass sich das bescheuert anhört, aber ich mir den ganzen Tag anhören muss wie schlecht die Welt doch sei und das man das den Leuten klar machen muss, dann krieg ich echt einen zuviel. Dafür probier’ ich am Montag denselben Kurs. Nur ist da ein anderer Professor. Da Lisa den in einem anderen Kurs hat, hat sie ihn mir weiterempfohlen. Textile Design hatte ich nachmittags. Im Großen und Ganzen ist das eine Art Nähkurs, aber mir hat es sehr großen Spaß gemacht. Wir haben in unserer ersten Stunde ein Nadelkissen genäht, damit wir uns an die Nähmaschine gewöhnen. Unsere Dozentin ist noch sehr jung und hat dementsprechende extrem lange , BLAUE, Fingernägel. Sie schreibt über unsere Vorlesungen bei ihr, ihre Abschlussarbeit. Am Freitag habe ich mir einen Kurs über Buchbinden und Buchdruck angeguckt, da ich ja einen Ersatzkurs für den Fotokurs brauchte. Da habe ich aber festgestellt, dass ich das schon im ersten Semester hatte. Wären die Extragebühren für die Werkstätten (wo wir uns die meiste Zeit aufhalten werden) nicht so teuer, hätte ich den Kurs wohl behalten, aber als ich mir dann angeschaut habe, was auch die Materialien noch kosten, habe ich mir gedacht, dass es sich nicht lohnt einen Kurs zu belegen, den ich schonmal hatte. Ich finde das sowieso total komisch wenn man bedenkt wieviel Gebühren man als normaler Student bezahlen muss, dass man dann nochmal extra Gebühren für Materialien und Werkstatt bezahlen muss. Im Gegensatz zu den anderen Studiengängen, wo man Bücher haben muss, können wir uns aber noch glücklich schätzen. Im Durchschnitt bezahlt hier ein Student um die $ 500 für Bücher pro Semester. Sogar gebrauchte Bücher kosten teilweise über $ 100 und das sind keine Nachschlagwerke sondern ganz normale Lehrbücher. Eine Vorlesung geht hier 2 Stunden und 50 Minuten. Wenn man 2 Vorlesungen hintereinander hat (so wie ich am Montag) hat man nur 10 Minuten Pause, in dem man den Raum wechselt. Jeder Kurs findet zweimal die Woche statt um dieselbe Zeit mit einem Tag dazwischen (war der Satz jetzt logisch?). Die Designklassen haben ca. 16 Leute pro Kurs. In den Kurs, in den unsere Mitbewohnerin ist, gehen 1000 Leute. Mitarbeit wird hier ganz großgeschrieben. Wenn man sich aktiv in den Unterricht einbringt gibt es Extrapunkte. Auch auf Pünktlichkeit und Anwesenheit wird sehr geachtet. Wenn ich in Textil Design dreimal zu spät komme gilt das als ein unentschuldigter Fehltag. Bei 9 Fehltagen wird der Kurs aberkannt. Ob Kurse ausfallen? Ganz bestimmt nicht! Nur bei Feiertagen und die kommen in dem Semester nur zweimal vor. Ich bin jetzt auf den Kurs am Montag gespannt und danach muss ich zum Chor und danach noch Materialien für Textil Design am Dienstag einkaufen. Wenn ich es noch schaffe gehe ich zum Fitness und wir müssen noch die Wohnung ein wenig putzen. Also langweilig wird mir nicht.
Nächstes Mal gibt’s Fotos (versprochen!) und ein Bericht über die Kansasanische Partykultur und ein Bericht über das Busfahren in Lawrence (ich kann euch schonmal sagen, dass es ätzend ist)
See u later!

Hawk Week

Also an die Quaters gekommen sind wir, in dem ich durch die Towers gelaufen bin und die Leute gefragt habe ob sie mir Geld wechseln können. Die meisten hatten aber immer nur einen Quarter dabei. Den haben sie mir dann so gegeben. Ich glaube die wollten mich einfach nur schnell loswerden. Seit dem sammle ich Quarters. Dabei ist mir aufgefallen, dass auf manchen auf der Rückseite die amerikanischen Staaten eingeprägt sind. Die sammle ich jetzt auch.
Die Woche nach der Orientation Week nennt sich Hawk Week. In dieser Woche werden die restlichen Erstis (Freshmen) in die KU eingeführt. Es wurden auch viele Aktivitäten und Clubs vorgestellt, in die man sich eintragen konnte. Ich habe mich direkt für ein Vorsingen für die Chöre (ja, Mehrzahl) eingetragen und für Volleyball. Außerdem werde ich einmal im Monat die Möglichkeit haben mit dem Danceteam der Cheerleader zu trainieren. Für#s Vorsingen hab ich mich mit unserer Mitbewohnerin vorbereitet, die seit 4 Jahren Gesangsunterricht nimmt. Und jetzt ratet mal wie das Lied hieß, dass ich vorsingen musste: „America“ Also mehr Klischee geht nicht. Das Ergebnis was eher ernüchternd. Die haben mich in den „World Music Choir“ gesteckt, der meiner Meinung nach der Abstellchor für untalentierte Austauschstudenten ist, die denken, dass sie singen können, aber wer weiß. Ich war sehr enttäuscht. Am 1. September fangen wir mit Volleyball an. Da bin ich auch mal gespannt, ob es ein Abstellteam für untalentierte Austauschstudenten gibt.
An der Hawk Week haben wir uns noch das Unieigene Fitnessstudio anschauen können. Sobald ich Zeit habe, werde ich auf jeden Fall ein paar Fotos davon machen. Es gibt eine Kletterwand, zwei Hallen mit abgetrenntem Hallenfussballfeld. Ansonsten kann man dort alle Möglichen Hallensportarten spielen. Außerdem gibt es eine 1-Meilen-lange Laufbahn, die innerhalb der Halle, eine Etage höher, verläuft. Dann gibt es noch Cardiogeräte und Kraftgeräte und, und, und. Handtücher kann man sich kostenlos ausleihen und es gibt überall Wasserspender, an denen man sich bedienen kann.
Ich war jetzt schon zweimal dort trainieren. Ich habe die Kletterwand ausprobiert und am Sonntag war ich mit ein paar Leuten Badminton spielen, ich war aber auch natürlich auf dem Crosstrainer und hab noch andere Geräte ausprobiert. Es gibt dort auch ganz viele Kurse, die man bis zum 1. September ausprobieren kann. Wenn man die Kurse weiterhin besuchen möchte, zahlt man eine Gebühr von $ 50 pro Semester und man kann sooft gehen wie man möchte.
Ich glaube aber nicht, dass ich das Angebot wahrnehmen werde, da man hier soviel machen kann, dass ich höchstwahrscheinlich nicht dazu kommen werde etwas davon mehr als zweimal zu machen.

Mittwoch, 19. August 2009

Jayhawker Towers

So heißt der Wohnkomplex, in dem ich wohne. Nein, ich wohne nicht mehr in der spartanischen Hashinger Hall. Die Jayhawker Towers, das sind vier Türme mit sechs Etagen (ich wohne in der 5.), in denen überwiegend International Students und Sportler mit Stipendium wohnen.
Ich wohne mit drei Mädels (Lisa, Jasmin und Nicole) in einer Wohnung mit zwei Schalfzimmern, einem Bad und einer geräumigen Wohnküche. Die Wohnung hat durch die Backsteinwände einen ganz besonderen Flair. Wir haben das Glück im einzigen renovierten Tower zu wohnen, wo alles neu ist. Der Kühlschrank war noch nicht angeschlossen, die Spülmaschine (Ja! Wir haben eine Spülmaschine) war noch nie an. Im Bad war die Folie vom Abfluss noch nicht abgezogen und die Folie vom Bildschirm unserer Klimaanlage (Ja! Wir haben eine elektronisch gesteuerte Klimaanlage) war auch noch dran. Unsere Schlafzimmer, von denen ich eins mit Lisa teile, waren schon mit jeweils zwei Hochbetten mit Schreibtischen darunter eingerichtet. Außerdem haben wir doppelt so große Nischen als in der Hashinger Hall mit Kleiderstangen, die als Kleiderschrank dienen. Unsere Schreibtische sind mit Pinnwänden, riesigen Schubladen und Tischlampen ausgestattet. Das einzige, was in unserer Wohnung alt ist, sind die Schreibtischstühle.
Aber obwohl alles neu war, oder gerade weil alles neu war, hatten wir schon am dritten Tag ein Problem mit unsrem Klo, dass ein Leck hatte. Die Dichtung am Boden war nicht richtig verarbeitet und es sickerte ständig Wasser raus, sodass sich eine riesige Lache gebildet hat.
Wir haben uns direkt bei den Zuständigen gemeldet, woraufhin eine Mitarbeiterun von KU housing kam um sich das anzuschauen. Sie sagte uns, dass sie jemanden holen geht, der das repariert. Innerhalb einer Stunde kamen vier verschiedene Leute um sich die Sache anzuschauen und uns zu versichern, dass jemans kommt und es repariert. Das Ende vom Lied war, dass am späten Abend uns das Wasser abgestellt wurde, sodass wir die Toilette bis zum nächsten Tag nicht mehr benutzen konnten. Das Problem war nur, dass Lisa, Nicole und ich (Jasmin war krank) an diesem den Amis die Vorzüge von gutem Deutschen Bier näher bringen wollten und dementsprechend gut gelaunt, so gegen drei, nach Hause kamen. Lisa fiel direkt ins Koma, Nicole kriegt man nicht wach und Jasmin hatte Ohropax in den Ohren. So hatte keiner, außer mir, das Klopfen um 9 Uhr morgens an unserer Tür gehört, Ich hatte nicht die Absicht zu öffnen, obwohl ich mir schon gedacht habe, dass da jemand wegen dem Klo kommt. Das war aber auch nicht nötig, denn die Herrschaften haben nach einigem Klopfen und Rufen sich selbst Eintritt in die Wohnung verschafft. Als ich dann Gespräche in unmittelbarer Nähe meiner Schalfzimmertür vernommen habe, habe ich mich dazu aufgerafft aufzustehen. Aufstehen kann man es nicht nennen, denn man kann in dem Bett noch nichtmal aufrecht sitzen da die Decke (vom Raum) nicht weit weg ist. Also ich habe mich eher dazu aufgerafft von meinem Bett runterzuklettern. Und da stand ich total verkatert, mit verwischter Schminke im Schlafanzug vor 4 Muskelbepackten Männern, die sich unser Klo angeschaut haben. Und ratet mal was sie gesagt haben. Es würde jemand kommen um es zu reparieren. Das war ja was ganz Neues. Jedenfalls kam dann drei Stunden später jemand, der es uns wirklich repariert hat.
Eine andere Sache, die uns hier Probleme bereitet hatte, war das Wäschewaschen. Also ich weiß ja eigentlich wie man wäscht, aber hier wollte es irgendwie nicht klappen. Wir haben in den Towers einen sogenannten „Laundry Room“ mit Waschmaschinen und Trocknern. Anstatt dass auf den Reglern Temperaturangaben stehen, steht da hot, warm und cold. Ich habe irgenwann mal gehört, dass man in Amerika nicht heißer als 40°C wäscht. Wir haben uns aber nicht getraut und haben es mal auf „warm“ gestellt. Ein Waschgang kostet $ 1,25 und man kann nur „Quarters“ (25-cent-Stücke) reinwerfen. Ein Waschgag dauert 28 Min. und bringt nichts außer nach Chlor stinkende und immer noch schmutzige Wäsche. Dann haben wir uns getraut „hot“ zu waschen, dass von einem größerem Erfolgerlebnis gekrönt war. Wir hatten saubere Wäsche. Die Geschichte wie wir an weitere Quaters gekommen sind, was die Hawk Week ist und wie unsere neue Mitbewohnerin ist, gibt's das nächste Mal.
Und ich verpreche diesmal regelmäßiger zu schreiben. Ihr müsst mir doch treu bleiben!

Orientation Week

Erstmal muss ich mich entschuldigen, dass ich länger nichts mehr gepostet habe.
Als wir aus unserem komfortablen Hotel in die Hashinger Hall gezogen sind, hatte ich nicht mehr die Möglichkeit regelmäßig ins Internet zu gehen. Außerdem war unser Zeitplan in dieser Woche so eng, dass wenn ich mal ins Internet kam, nur die wichtigsten Sachen erledigen konnte.
Die Orientation Week ging vom 9.8 bis zum 14.8.. Die OW ist dazu da um es den International Students das Einleben an der KU leichter zu machen. Uns wurde erklärt, was wir alles erledigen müssen bevor wir uns einschreiben können, welche Regeln auf dem Campus herrschen, welche Traditionen die Uni hat usw..
Es sind insgesamt 1800 neue International Students auf der KU eingeschrieben. Davon sind 300 in der Orientation Week gewesen und von diesen 300 Studenten waren ungefähr die Hälfte Chinesen.
Wäre die Unterkunft in der Hashinger Hall in der Zeit der OW nicht kostenlos gewesen, wären wir ganz sicher im Hotel geblieben. Die sehr spartanisch eingerichteten Zimmer waren nicht sehr komfortabel und einladend sieht anders aus. Das einzig tolle an diesem Zimmer war, dass unsere Aussicht aus dem Fenster einfach toll war. Man hatte nämlich einen tollen Blick auf den Campus.
Ansonsten hatte man ein Hochbett mit einem Schreibtisch drunter. Ein extrem kleines Waschbecken und zwei sehr kleine Nischen mit Kleiderstangen. That’s it! Und jetzt fragt ihr euch wahrscheinlich wo ich denn meiner Köperhygiene nachgehen konnte. Also Hygiene würde ich es nicht gerade nennen, aber wir hatten eine Gemeinschaftsdusche. Eine Etage (also ca. 40 Leute) musste sich ein Bad und ein Klo teilen. Das Sahnebonbon oben drauf war, dass mein Hochbett keine Sicherung hatte und ich nachts hätte aus dem Bett fallen können. Und das wäre dann zwei Meter tief gegangen. Ich hab’s die erste Nacht noch ausgehalten und hab es dann am nächsten Tag gemeldet. Am Abend hing dann ein Zettel an der Tür, wo drauf stand „Welches Bett?“ Ich dachte zuerst, dass das ein Witz sei. Als ich dann gesehen habe, dass ich nicht die Einzige war, die so einen Zettel an der Tür kleben hatte, habe ich gemerkt, dass sie es ernst meinten. Ich muss dazu sagen, dass in jedem Zimmer zwei Betten stehen und man es einfach nicht übersehen konnte.
Die OW war an sich ganz lustig, aber auch anstrengend, nervig und teilweise stressig. Wir haben ein paar nette International Students aus der ganzen Welt getroffen. Mit einigen treffen wir uns regelmäßig. Da ist der Thomas (Deutschland), die Laura (Deutschland), die Mikako (Japan), die Johanna (Schweden), J.K. (China) usw..
Auf den Kennenlern-Parties und -BBQ’s haben wir auch nette amerikanische Studenten getroffen, die die OW unterstützen.
Im Endeffekt hat uns die OW so geholfen uns an der KU zurecht zufinden, dass ich mich gefragt habe, was die anderen 1500 Studenten, die nicht teilgenommen haben machen werden wenn sie hier ankommen. Also ich würde verloren gehen. Nach dieser Woche kennen wir uns hier besser aus, als mancher Student, der schon länger hier ist.

Samstag, 8. August 2009

Wir haben Handies!

Heute haben wir uns Handies zugelegt. Ich habe mein allererstes Prepaid Handy. Ich wollte schon immer ein Klapphandy

Ich finde, dass die Handytarife in Amerika schweineteuer sind. Man bezahlt sogar wenn man eine SMS empfängt. Man sollte deshalb keinem seine Handynummer geben, den man nicht mag, sonst bist du Pleite, wenn er mit SMS-Terror beginnt.
Danach haben wir uns auf den Weg zu einer kleinen Einkaufsstadt names „LEGENDS“ aufgemacht, um zu gucken, was es da so tolles gibt. Die Läden sind fast alle Outlets. Ich kann nur soviel sagen, dass wir schon in den ersten Laden (Hilfiger) mit offenem Mund reingegangen sind, weil es dort so günstig war. Und wir wissen wo das endet, wenn man schon den ersten Laden toll findet.


Aber bevor wir auf Shopping-Tour sind haben wir in einem Steakhouse Mittag gegessen. Es war sehr lecker. Das tolle an diesem Steakhouse war aber nicht das Essen sondern die Tatsache, dass man dort Bullen reiten konnte. Und was macht Anna? Setzt sich auf so ein Ding und lässt sich rumschleudern.

Man haben mir die Beine danach wehgetan, aber es hat riesigen Spaß gemacht und ich habe 27 Sekunden ausgehalten. Die Frau meinte, dass es verhältnismäßig lang war. Es war aber auch tierisch anstrengend. Wer die Möglichkeit hat es zu machen, der soll es mal versuchen!
Auf dem nach-Hause-Weg von Legends haben wir uns verfahren und sind dann Richtung Downtown (Innenstadt) gefahren. Da haben wir uns gedacht, wenn wir schon mal da sind können wir es uns auch anschauen. Die Innenstadt kann man sich wie eine Filmkullisse in einem Westernfilm vorstellen – nur mit mehr Vegetation und Autos. Es ist wirklich schön und sehr sehenswert. Ich habe leider meine Kamera im Auto gelassen, deswegen habe ich da noch keine Bilder gemacht, aber ich war ja nicht zum letzten mal da.
Da wir vier Mädels unter uns sind und noch viel deutsch reden, merken die Leute, dass wir nicht von hier sind. Besonders Verkäufer fragen dann woher wir sind und was wir hier machen, wie lange wir bleiben und wünschen uns viel Spaß auf der Uni. Die Bedienung im Steakhouse, der Mutter Stuttgarterin ist, hat sogar jedem von uns „Enjoy KU“ (University of Kansas) auf die Rechnung geschrieben.

Ein anderer Kellner kam zu uns und hat uns stolz erzählt, dass er in seinem erster Jahr an der Uni in Essen war. Im Nike-Laden hat Lisa nicht verstanden wir man die Kreditkarte durchs Gerät zieht, worauf der Verkäufer uns veerdutzt angeguckt hat bis wir im erklärt haben, dass wir nicht von hier sind und vorher noch nie mit Kreditkarte gezahlt haben. Es gilt in Maerika nämlich als suspekt wenn man Bar und nicht mit Kreditkarte zahlt. Unserem Autovermieter haben wir erstmal erzählt, dass man in Deutschland nur mit Kreditkarte zahlt wenn es nicht anders geht und lieber Bar, mit Überweisung, oder EC-Karte zahlt. Das hat er nicht verstanden. Unser Auto hat übrigens ein Nummernschild aus Missouri.

Unser Autovermieter hat uns gesagt, dass das eigentlich nicht so toll ist, weil Kansas und Missouri (ähnlich wie Deutschland und Holland) Rivalen sind. Das heißt wenn uns hier in Kansas jemand bezüglich unserer, Nummernschild fragt, sollen wir „I hate Missouri“ antworten und alles wäre geklärt. Das haben wir dann direkt ausprobiert als ich im Hotel unsere Wageninfo ausgefüllt habe. Die Rezeptionistin hat mich bezüglich des „MO“ (Abk. für Missouri) angeguckt, worauf ich mit „I hate Missouri“ geantwortet habe. Das hat ihr gefallen.

Freitag, 7. August 2009

Warum sind wir noch mal hier?

Der Tag heute war so entspannend, dass man schon glatt vergessen hat wofür man überhaupt hier ist. Es begann damit, dass wir sehr günstig ein Auto bis zum 14.8. gemietet haben. Es ist ein knallroter Pontiac G5 mit 160 PS. Damit können wir sehr entspannt die Gegend erkunden.


Nachdem wir wieder im WalMart waren um uns Badetücher zu kaufen, sind wir zum schönen Clinton Lake westlich von Lawrence gefahren. Dort gab es einen kleinen Sandstrand, wo keine Menschenseele war. Hier in Kansas ist auch so unerträglich heiß, das wir diese Abkühlung echt nötig hatten. Als wir so am Strand gelegen haben, haben wir uns noch gedacht, dass es im Moment wie im Urlaub ist. Bis zum 9. bleibt es auch so. Dann beginnt die Orientaion Week und wir müssen ausziehen.
Lisa und ich halten uns mit dem neuesten Klatsch und Tratsch auf dem Laufenden

Nach unserem See-Ausflug sind wir kurz ins Hotel zum Duschen und sind auf die andere Seite der Straße von unserem Hotel um die „Eis-Diele“ auszuprobieren, die uns so wärmstens empfohlen wurde. In Amerika gibt es übrigens für alles einen „Drive Thru“, also ein McDrive für alles. Diese Eisdiele hatte einen, Apotheken haben sowas und alle anderen Geschäfte eigentlich auch. Danach sind Lisa und ich in einen Liqour Store. Dort gibt es nur Alkohol und zur Begrüßung gab es das: Dadrunter ist eine Verewigung der gefälschten Ausweise

Die Auwahl ist immer sehr groß. Und meistens gibt es komische Namen: Ein Bier hieß "Brutal Bitter"

Wir wollten einfach mal ein Bier kaufen ,uns mit einer braunen Tüte drumrum auf eine Bnak setzten und es trinken. In diesem Laden gab es aber soviel tolles zu entdecken, dass wir dort eine halbe Ewigkeit verbracht haben. Budweiser gab es nur in 6-Packs, was wir uns dann gekauft haben. Das wurde uns in eine braune Tüte gepackt und es ging weiter. Daneben gibt es so einen tollen Laden, wo es alles, was mit Medien und Merchandising zu tun hat, gibt. Hier ein Eindruck:

Als wir dort fertig waren. Haben wir uns zu viert hinters Hotel gesetzt und unser Bier verkostet. Für die, die es nicht wissen, muss man dazu sagen, dass es verboten ist Alkohol auf öffentlichen Straßen zu trinken. Wir sind auch jedes Mal wenn jemand vorbeikam zusammengezuckt und haben unser Bier versteckt. Man kam sich wie 14 vor.Nach dieser einen Dose Bier wurde ich ziemlich müde. Ich hab gemerkt, dass ich Alkohol einfach nicht gewöhnt bin. Ich bin im Moment ein wenig betüdelt. Deswegen geh ich jetzt schlafen. Gute Nacht!

Donnerstag, 6. August 2009

Man wird ausgelacht wenn man zu Fuß unterwegs ist.

Unser Frühstück im Hotel war sehr amüsant. Außerdem hatte ich danach einen Zuckerschock. Ich hatte 2 Toasts mit einem Ei und Erdnussbutter (ich vergesse jedes Mal, dass sie mir nicht schmeckt, aber es war das einzige außer dem fertigen, gezuckerten Fruchtsalat, dass ohne Laktose war). Dazu einen ekelhaft süßen Orangensaft. Alles
Nachdem wir alle satt waren, haben wir unser fehlendes Gepäck abgeholt, mit unseren Liebsten telefoniert. Danach machten wir uns auf den Weg zum Office of Study Abroad gemacht um uns anzumelden. Die Fahrt dorthin war sehr nervig, weil wir $14 fürs Taxi sparen wollten und uns entschieden haben den Bus zu nehmen, der nur $1die Fahrt kostet.
Da wir den Fahrplan falsch gelesen haben, haben wir 1 Stunde auf den nächsten Bus warten müssen. Diese Stunde haben wir genuzt die nächste Umgebung zu erkunden. Diese bestand hauptsächlich aus Fastfood-Läden und irgendwelchen Geschäften. Wir haben uns schließlich in einen Sandwich-laden gesetzt und ein Sandwich gegessen. In diesem Laden geben sie sogar zu, dass dort Analog-Käse verwendet wird, der auch noch in der Auslage zur Präsentation liegt. Ein Sub heißt da sogar Pute mit Analog-Käse.
Als wir dann endlich im Bus saßen musste ich mir einen Schal anziehen, außerdem hatte ich Angst mit einer mittelschweren Ohrenentzündung auszusteigen. Also an diese Klimaanlagen muss ich mich echt noch gewöhnen. Im Office angekommen begrüßte uns eine total liebe Frau, die unser exchange programm coordinator ist. Nachdem wir unsere Fragen geklärt haben sind wir mit dem Bus weiter zum WalMart. Da wir glücklicherweise einen Kühlschrank haben, haben wir uns mit Obst, Brötchen und anderen Lebensmitteln eingedeckt.
Nach diesem Tag haben wir festgestellt, dass wir ein Auto brauchen. Als wir an den Ampeln standen und warteten bis es Grün wird, haben teilweise Leute im vorbeifahren mit dem Finger auf uns gezeigt und uns ausgelacht. Aber ohnen Auto ist echt ätzend. Morgen gehen wir uns ein Auto mieten.
Stay Tuned!

Mittwoch, 5. August 2009

Please fasten your seat belt!

Ich persönlich hab mich darauf gefreut mit meinen 3 Mädels im Flugzeug(er;-p) zu sitzen und mit einem Glas Sekt auf unsere Reise anzustoßen. Aber es kam ganz anders. Am Check-In-Schalter haben wir schließlich erfahren, dass wir höchstwahrscheinlich gar nicht zusammen sitzen werden. Ich habe aber mit meinen kurzen Beinchen einen Platz in der Economy Plus bekommen, wo es mehr Beinfreiheit gibt. Die Mädels sollten Ihre Plätze erst beim Schalter am Gate kriegen. Die Plätze haben uns aber erstmal gar nicht weiter interessiert, weil ja noch der große Abschied von den Liebsten, die mit am Flughafen waren, bevorstand. Der kam dann auch schon schneller als einem Lieb war. Dann sind wir durch die Sicherheitskontrolle geschlendert, in der Yvonne nochmal gründlich auf Bomben untersucht wurde. Am Gate haben wir dann gespannt darauf gewartet, ob wir zusammen sitzen durften, denn ich war ja bereit meinen Große-Jungs-Platz aufzugeben. Und als ich gerade dachte, dass ich ja so solidarisch und aufopferungsvoll sei, haben Yvonne und Lisa Business-Plätze bekommen. Jasmin durfte in der hinterletzten Ecke der Maschine Platz nehmen, während ich irgendwo dazwischen war, aber immerhin einen Fensterplatz hatte. Letztendlich habe ich mit einem Passagier (der sich unheimlich darüber gefreut hat am Fenster sitzen zu können und mehr Platz für seine Beine zu haben), der neben Jasmin saß getauscht und alle waren fast glücklich und zufrieden.
Erstmal in Chicago angekommen hatten wir bis zum nächsten Flug 5 Stunden Zeit. Davon haben wir 2 Stunden in der Sicherheitskontrolle und am Gepäckband verbacht. Bis ich eine
Laktosefreie Mahlzeit (ein Salat) gefunden habe sind auch noch mal 2 Stunden vergangen. Der Anschlussflug hatte dann 40 Min. verspätung, weil er überbucht war. Und weil er überbucht war und ein Teil der Gepäcke aber schon verladen war, wurde ein Teil unsere Gepäcke in einer anderen Maschiche nachgeflogen. Mein pinken Koffer hatte ich aber zusammen ;-p. Dieses Gepäck sollte uns zum Hotel geliefert werden, was wir gleich mal nachschauen werden.
Aber jetzt wird erstmal gefrühstückt. Fotos gibt’s später!

3, 2, 1, ready to take off!

Heute war der letzte Tag in Deutschland für mich. Morgen um halb 9 Uhr morgens geht mein Flieger in die USA. Um unnötigen Stress zu vermeiden und nicht mitten in der Nacht losfahren zu müssen, sind Peter und ich schon heute Mittag nach Frankfurt gefahren. Wir sind eben erst von unserem Bummel durch Frankfurt nach Hause gekommen. Zum Abschied gab es dann noch ein Feuerwerk vom Frankfurter Volksfest, das wir uns vom Dachcafé auf der Zeilgalerie aus angeschaut haben. Ich würde gerne Fotos hochladen, aber da ich vom Internet-Terminal unseres Hotels aus schreibe, ist das nicht möglich. Ich werde sie aber so schnell wie es geht online stellen.
Also, ich geh mich jetzt ein wenig ausruhen und dann bin ich schon weg. Den nächsten Post gibt’s von Amerika aus.
P.S.: An Hannah: Danke für die süße SMS und den Lieben Grüßen von euch vieren!
Und an Anna: Ich könnt heulen so sehr vermisse ich euch schon!
( diesen Post habe ich schon am 3.8. um ca. 23.30 Uhr geschrieben, ab da irgendwas nicht geklappt hat, konnte ich ihn nicht veröffentlichen)