Mittwoch, 19. August 2009

Jayhawker Towers

So heißt der Wohnkomplex, in dem ich wohne. Nein, ich wohne nicht mehr in der spartanischen Hashinger Hall. Die Jayhawker Towers, das sind vier Türme mit sechs Etagen (ich wohne in der 5.), in denen überwiegend International Students und Sportler mit Stipendium wohnen.
Ich wohne mit drei Mädels (Lisa, Jasmin und Nicole) in einer Wohnung mit zwei Schalfzimmern, einem Bad und einer geräumigen Wohnküche. Die Wohnung hat durch die Backsteinwände einen ganz besonderen Flair. Wir haben das Glück im einzigen renovierten Tower zu wohnen, wo alles neu ist. Der Kühlschrank war noch nicht angeschlossen, die Spülmaschine (Ja! Wir haben eine Spülmaschine) war noch nie an. Im Bad war die Folie vom Abfluss noch nicht abgezogen und die Folie vom Bildschirm unserer Klimaanlage (Ja! Wir haben eine elektronisch gesteuerte Klimaanlage) war auch noch dran. Unsere Schlafzimmer, von denen ich eins mit Lisa teile, waren schon mit jeweils zwei Hochbetten mit Schreibtischen darunter eingerichtet. Außerdem haben wir doppelt so große Nischen als in der Hashinger Hall mit Kleiderstangen, die als Kleiderschrank dienen. Unsere Schreibtische sind mit Pinnwänden, riesigen Schubladen und Tischlampen ausgestattet. Das einzige, was in unserer Wohnung alt ist, sind die Schreibtischstühle.
Aber obwohl alles neu war, oder gerade weil alles neu war, hatten wir schon am dritten Tag ein Problem mit unsrem Klo, dass ein Leck hatte. Die Dichtung am Boden war nicht richtig verarbeitet und es sickerte ständig Wasser raus, sodass sich eine riesige Lache gebildet hat.
Wir haben uns direkt bei den Zuständigen gemeldet, woraufhin eine Mitarbeiterun von KU housing kam um sich das anzuschauen. Sie sagte uns, dass sie jemanden holen geht, der das repariert. Innerhalb einer Stunde kamen vier verschiedene Leute um sich die Sache anzuschauen und uns zu versichern, dass jemans kommt und es repariert. Das Ende vom Lied war, dass am späten Abend uns das Wasser abgestellt wurde, sodass wir die Toilette bis zum nächsten Tag nicht mehr benutzen konnten. Das Problem war nur, dass Lisa, Nicole und ich (Jasmin war krank) an diesem den Amis die Vorzüge von gutem Deutschen Bier näher bringen wollten und dementsprechend gut gelaunt, so gegen drei, nach Hause kamen. Lisa fiel direkt ins Koma, Nicole kriegt man nicht wach und Jasmin hatte Ohropax in den Ohren. So hatte keiner, außer mir, das Klopfen um 9 Uhr morgens an unserer Tür gehört, Ich hatte nicht die Absicht zu öffnen, obwohl ich mir schon gedacht habe, dass da jemand wegen dem Klo kommt. Das war aber auch nicht nötig, denn die Herrschaften haben nach einigem Klopfen und Rufen sich selbst Eintritt in die Wohnung verschafft. Als ich dann Gespräche in unmittelbarer Nähe meiner Schalfzimmertür vernommen habe, habe ich mich dazu aufgerafft aufzustehen. Aufstehen kann man es nicht nennen, denn man kann in dem Bett noch nichtmal aufrecht sitzen da die Decke (vom Raum) nicht weit weg ist. Also ich habe mich eher dazu aufgerafft von meinem Bett runterzuklettern. Und da stand ich total verkatert, mit verwischter Schminke im Schlafanzug vor 4 Muskelbepackten Männern, die sich unser Klo angeschaut haben. Und ratet mal was sie gesagt haben. Es würde jemand kommen um es zu reparieren. Das war ja was ganz Neues. Jedenfalls kam dann drei Stunden später jemand, der es uns wirklich repariert hat.
Eine andere Sache, die uns hier Probleme bereitet hatte, war das Wäschewaschen. Also ich weiß ja eigentlich wie man wäscht, aber hier wollte es irgendwie nicht klappen. Wir haben in den Towers einen sogenannten „Laundry Room“ mit Waschmaschinen und Trocknern. Anstatt dass auf den Reglern Temperaturangaben stehen, steht da hot, warm und cold. Ich habe irgenwann mal gehört, dass man in Amerika nicht heißer als 40°C wäscht. Wir haben uns aber nicht getraut und haben es mal auf „warm“ gestellt. Ein Waschgang kostet $ 1,25 und man kann nur „Quarters“ (25-cent-Stücke) reinwerfen. Ein Waschgag dauert 28 Min. und bringt nichts außer nach Chlor stinkende und immer noch schmutzige Wäsche. Dann haben wir uns getraut „hot“ zu waschen, dass von einem größerem Erfolgerlebnis gekrönt war. Wir hatten saubere Wäsche. Die Geschichte wie wir an weitere Quaters gekommen sind, was die Hawk Week ist und wie unsere neue Mitbewohnerin ist, gibt's das nächste Mal.
Und ich verpreche diesmal regelmäßiger zu schreiben. Ihr müsst mir doch treu bleiben!

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