Samstag war ein komischer Tag. Lisa, Jasmin und ich wollten uns beweisen, dass wir kein Auto brauchen und haben den Bus genommen um in die Innenstadt zu fahren. Aus irgendeinem Grund kam der Bus, den wir brauchten, nicht und wir haben den Bus genommen, der von der anderen Seite in die Innenstadt reinfährt. Das war blöd für Lisa, weil sie in einen Laden musste, der genau auf der anderen Seite der Innenstadt war. Nach unserem Stadtbummel wollten Jasmin und ich noch in den WalMart. Jasmin brauchte Haarfarbe und ich Sportschuhe. Wir haben sage und schreibe eine ganze Stunde an der Bushaltestelle verbracht bis wir aus Verzweiflung und aufkommendem Hitzekoller dann schließlich meinen mir zugeteilten Exchange Friend Kimberly angerufen haben, damit sie uns abholt. Glücklicherweise war sie nur zwei Straßen weiter unterwegs und hatte deswegen keinen Umweg. Es ist wirklich ein Glückspiel, was das Busfahren hier angeht. Der Bus kommt wann er will und hält wo er will. Da wir die Bushaltestellen als solche nicht immer erkennen können stellen wir uns einfach an ein Stopschild und warten bis ein Bus kommt. Bisher ist diese Strategie erfolgreicher gewesen als den Busfahrplan zu studieren. Nachdem wir unsere Besorgungen gemacht haben (ich habe keine Sportschuhe gefunden) sind wir gegen halb 7 abends daheim angekommen. Lisa ist da schon vor einandhalb Studen mit der KU-Linie nach Hause gefahren und ist ins Fitnessstudio gegangen. Ich wollte eigentlich nachkommen, hatte aber von der Hitze solche Kofschmerzen bekommen, dass ich mich hinlegen wollte und gerade als ich in mein Bett klettern wollte und Jasmin sich die Farbe in die Haare geschmiert hat, ist der Feueralarm losgegangen. Wir haben in jedem Zimmer eine Alarmlleuchte mit Lautsprecher, der uns dröhnend erklärt „Please take the next exit to leave the building“ hat, dass wir das Gebäude so schnell wie möglich verlassen sollen. Sollte der Alarm mal nachts losgehen während ich im Bett liege, werde ich wohl nie zum exit kommen, da ich eher vor Schreck gegen die 30 cm entfernte Decke knallen werde, die mich wieder in tiefen Schlaf versetzt. Meine Mitbewohner werden mir da wohl auch keine große Hilfe sein, weil ihnen wohl dasselbe wiederfahren wird. Ehrlich gesagt habe ich das für einen Scherz oder eine Übung gehalten. Jasmin hat nur verdutz geguckt als ihr klar wurde, dass sie mit der frischen Farbe in den Haaren raus musste. Vor dem Tower haben sich dann schließlich alle Bewohner versammelt. Das war irgendwie praktisch, weil man so gesehen hat, wer so alles in dem Tower wohnt. Als ich dann den Feuerwehrwagen und die Polizei gesehen habe, war mir klar, dass das schonmal keine Übung war. So haben wir ca. eine halbe Stunde draußen verbracht bis wir wieder rein durften. Beim reingehen habe ich einen der Mitarbeiter des Towers gefragt was denn war, worauf er scherzhaft meinte, dass jemand seine Kochstunden verpasst hat. Also so witzig fand ich das auch nicht. Viel schlimmer, dass jemand nicht kochen kann, finde ich die Tatsache, dass 32 Leute an der KU mit der Schweinegrippe infiziert sind und einer schon einer angeblich daran gestorben ist. Im Tower neben uns steht eine schottische Austauschstudentin unter Quarantäne. Das Essen wird ihr ans Bett gebracht und die Mitbewohner mussten umziehen. Seitdem desinfiziert unsere Mitbewohnerin ständig unsere Wohnung. Und wir haben schon alle Paranoia.
An dieser Stelle verweise ich gerne an Lisas Blog http://miss-liz-und-die-weite-welt.blogspot.com/. Meldet euch als meine regelmäßgen Leser an. Dann werdet ihr benachrichtigt wenn ich meinen Blog update.
Finale Verbalattacke
vor 16 Jahren
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